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Besuch bei der Feuerwache 5400

Stefanie Fuchs

Am 24.03.2017 besuchte ich die Feuerwache Köpenick am Katzengraben. Beim dortigen Wachleiter, Herrn Jörg Nugel, wollte ich mich über die aktuellen Planungen zur Generalsanierung des Standorts Katzengraben, sowie die Neubauten der Freiwilligen Feuerwehren im Bezirk erkundigen. In den zwei Stunden unseres Gesprächs habe ich viel über die Probleme bei der Arbeit der Berufsfeuerwehr und über die Schwierigkeiten beim Neubau von Wachen der Freiwilligen Feuerwehren erfahren. Überrascht hat mich der offenbar unerschütterliche Optimismus, mit dem der Wachleiter alle Widrigkeiten aus dem Weg zu schaffen versucht.

Das Gebäude am Katzengraben beherbergt aktuell sowohl die Feuerwache Köpenick (FW 5400) als auch die Freiwillige Feuerwehr Köpenick (FF 5401). Die Wache der Berufsfeuerwehr an diesem Standort ist mit einer Vielzahl von Fahrzeugen und einem Mehrzweckboot ausgestattet. Leider fangen hier schon die Probleme an. Einige Fahrzeuge haben schon ein hohes Lebensalter erreicht und es ist eine Menge Wartung und gute Pflege nötig, um sie im Alltag einsatztauglich zu halten. Das vorhandene Mehrzweckboot erfüllt bei Einsätzen zwar seinen Zweck und ist ein kostengünstiger Ersatz für die großen Löschboote früherer Tage, die fehlende Kabine belastet das Arbeiten der Besatzung bei widrigen Wetterbedingungen jedoch unnötig. Der Brand vor wenigen Tagen in der Rummelsburger Bucht hat außerdem gezeigt, dass es dringend nötig wäre, in Köpenick eine ständige Besatzung für die Boote vorzuhalten.

Damit komme ich schon zum nächsten Problem.

Die Wache im Köpenick ist mit fast einem Viertel zu wenig Personal ausgestattet. Es fehlen ca. 20 Männer und Frauen. Die Schwierigkeiten beim Personal sind jedoch viel tiefgreifender, als es auf den ersten Blick scheint. So berichtete Herr Nugel, dass selbst bei einer Bewilligung der benötigten Stellen, die 300 in Berlin fehlenden Mitarbeiter gar nicht aufzutreiben wären. Die Ausbildung an den Schulen käme nicht hinterher, weil auch dort die entsprechenden Lehrkräfte fehlen. Diesem Missstand muss in Berlin unbedingt Abhilfe geschaffen werden.

Aber es gibt auch erfreuliches zu berichten: Die Feuerwache wird endlich saniert.

Dieses Vorhaben steht schon lange auf dem Plan. In diesem Sommer geht´s los. Damit die Generalsanierung zügig und in den dafür vorgesehenen zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen werden kann, zieht die komplette Wache für diese Zeit nach Grünau um. Der ehemalige Abschiebegewahrsam in der Grünauer Straße wurde dafür extra umgebaut.

Im Rahmen der Sanierung der alten Wache am Katzengraben wird der Innerbereich erneuert, die Fahrzeughallen vergrößert (was auch dringend nötig ist, wie die Bilder zeigen) und die Besatzung erhält ihre Rutschstangen wieder. Diese haben die Kollegen in den letzten Jahren schmerzlich vermisst. Der markante Turm, welcher zur Wasserseite hin das Bild der Wache ausmacht, bleibt dem Ensemble erhalten.

Aktuelle werden die letzten Arbeiten erledigt, die einem Umzug auf den Ausweichstandort noch im Wege stehen. Sobald die Bodenplatte in der Grünauer Straße gegossen ist, werden die Traghallen aufgestellt, welche in den nächsten zwei Jahren die Fahrzeugflotte der Feuerwehr beherbergen sollen. Der voraussichtliche Umzugstermin ist momentan für Juli 2017 vorgesehen.

Auch bei den Freiwilligen Feuerwehren wird sich in Zukunft einiges ändern. Viele Wache befinden sich in einem sehr schlechten Zustand und müssen dringend erneuert werden. Doch der Reihe nach.

In Rauchfangswerder wird der Startschuss vermutlich als erstes fallen. Der Neubau dort wird zum Probelauf für alle folgenden Neubauten. Die Feuerwehr Berlin hat ein Modularsystem entwickelt, dass Maßstäbe setzten könnte. Es ist variable aufstellbar, kann individuell gestaltet werden und ist, ab Baubeginn, in 6 Monaten fertiggestellt. Die Hubschrauberlandemöglichkeit in Rauchfangswerder ist schon geschaffen, jetzt fehlt noch die Baugenehmigung für die neue Wache – dann kann es losgehen.

Die Standorte Wilhelmshagen und Rahnsdorf werden zusammengelegt. Nach einem neuen Grundstück wird bereits gesucht. Bevorzugt wird aktuell eine Lösung, bei der die neue Wache am Ortsausgang, in der Nähe der Fahlenbergstraße errichtet wird.

In Müggelheim ist das neue Grundstück schon gefunden und die Anträge zum Erwerb und zum Bau werden vorbereitet. Hier könnte in der Odernheimer Straße die Freiwillige Feuerwehr bald ein neues Zuhause finden.

In Schmöckwitz gibt es auch schon ein Grundstück, welches für den Neubau der Wache favorisiert wird. Der Standort, in der Nähe der Tankstelle, liegt zentral und ermöglicht es den Helfern vor Ort, schnell in alle Himmelsrichtungen ausrücken zu können.

Die Wache in Friedrichshagen wird saniert.

 

Abschließend bleibt nur zu sagen: Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für ihre tagtägliche Arbeit für unser aller Wohl. Ich wünsche der Berufsfeuerwehr und den vielen ehrenamtlichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehren im Bezirk viel Kraft bei den Veränderungen in nächster Zeit.

 


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