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Quelle: https://www.rbb-online.de/imparlament/

Fragestunde: Hospizarbeit

Stefanie Fuchs (LINKE): Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Vom 22. Bis 28. September findet die 20. Berliner Hospizwoche statt. Ich frage den Senat, was er tut, um die Hospizarbeit in Berlin zu unterstützen.

Vizepräsidentin Dr. Manuela Schmidt: Für den Senat antwortet Frau Senatorin Kolat – bitte!

Senatorin Dilek Kolat (Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung): Frau Präsidentin! Frau Abgeordnete Fuchs! Meine Damen und Herren! Heute endet tatsächlich die Hospizwoche in Berlin. Diese Hospizwoche ist insofern sehr wichtig, weil das Thema Hospiz immer ein bisschen im Hintergrund und am Rand der Gesellschaft sein Dasein fristet. Ich denke, dass das Thema Hospiz viel stärker in die Mitte der Gesellschaft und in der Öffentlichkeit einen Raum braucht.

Ich bin gerade mit Geburtshilfe sehr befasst. Es ist etwa sehr Schönes, wenn Kinder auf die Welt kommen, aber zum Leben gehören nun einmal auch das Sterben, Tod und Trauer. Diese letzte Phase des Lebens würdevoll zu begleiten und Menschen zu unterstützen, die schwerstkrank sind oder sterben, gehört auch zu unser aller Aufgabe, um diesen Teil des Lebens stärker zu würdigen. Es ist eine tolle Woche, die Berlin veranstaltet. Es ist die 20. Berliner Hospizwoche. In allen Bezirken finden Veranstaltungen statt, und das Thema ist präsent.

Was macht Berlin? – Berlin finanziert genau diese Hospizwoche. Darüber hinaus haben wir eine Anlaufstelle Hospiz, die wir finanzieren, aber auch das Netzwerk Palliative Geriatrie. Es ist gerade in einer alternden Gesellschaft wichtig, dass der Senat hier unterstützend wirkt. Ich war gestern selbst mit meiner Staatssekretärin in einem Kinderhospiz – Sonnenhof. Ich habe dort noch einmal erlebt, dass das Thema Hospiz nicht nur ein Thema ist, wenn man alt wird, sondern dass auch Kinder auf die Welt kommen, die schwerstkrank sind und wo absehbar ist, dass sie nicht lange leben werden. Hospiz heißt nicht nur, die letzte Zeit zu begleiten, sondern die Familien, die Eltern, die Geschwister während dieser schweren Zeit zu betreuen und zu begleiten, sie zu unterstützen. Hospiz ist mehr als das Sterben, sondern alles, was drum herum anfällt, Sorgearbeit für die Familien auch nach dem Tod des Angehörigen. Insofern werden wir diese Arbeit auf jeden Fall weiter verstärken im Senat. Der alte Senat hat es leider verpasst, den Runden Tisch zu implementieren. Man glaubt es nicht, aber der Runde Tisch Palliativ- und Hospizversorgung hat fünf Jahre nicht getagt. Wir haben das wieder ins Leben gerufen. Eine sehr erfreuliche Nachricht ist, dass wir im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung im Roten Rathaus die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen wieder aufgefrischt haben. Ich habe sie noch einmal unterzeichnet und habe mich sehr gefreut, dass die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenhausgesellschaft und viele Wohlfahrtsverbände mit mir unterschrieben haben. Wir haben jetzt richtig viel Zuspruch, dass wir das Thema Hospiz- und Palliativversorgung sozusagen wieder lebendig werden lassen und Aktivitäten entwickeln. Wir brauchen die Hilfe der niedergelassenen Ärzte, wir brauchen die Hilfe der Krankenhäuser, damit unser Netzwerk so weit gespannt wird, dass Menschen, die sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden, auch eine würdevolle Begleitung haben.